Modul 15 |
Neolinguizismus/Mehrsprachigkeit
Neolinguizismus/Mehrsprachigkeit
Dieser Lerneinheit vorangestellt ist ein real in einer Berufsschule so beobachtetes Fallbeispiel, an dem entlang wir uns mit der Abwertung aufgrund der Differenzkategorie Sprache beschäftigen. Die im Beitrag genauer vorgestellten theoretischen Ansätze des Linguizismus bzw. des Neolinguizismus schärfen den pädagogischen Blick für Ausschlüsse und Diskriminierungen, wie sie über die Wahrnehmung von Sprache und ihrer Normativität bzw. ihrer „Abweichungen“ (Devianzen) stattfinden. Zum Ende der Lerneinheit werden Impulse für eine machtkritische Reflexion des Umgangs mit sprachlichen Normabweichungen gegeben, in denen es darum geht, insbesondere die Verantwortung der Institution Schule nachzuvollziehen, wenn es um einen empowernden Umgang mit Sprache geht.
- Fallbeispiel
- Theorie
- Aufgabe & Reflexion
- Weitere Informationen
„Schön das es dich gibt!“
Ein Herbsttag in Norddeutschland, Unterrichtsbeginn: 10:00, Unterrichtsdauer: 10:00 Uhr – 11:30 Uhr; Deutschunterricht.
Heutiges Thema: Fokus auf Kommasetzung, das/dass und das Erkennen von Nebensatzstrukturen.
Herr Dinkelmeyer, der Deutschlehrer, arbeitet mit Schüler:innen der o. g. Klasse an einem Textbeispiel, das er im Plenum mit einem Bild einführt und per Beamer zeigt.
Herr Dinkelmeyer sagt einleitend zu dem Bild: „Das Bild hat mich an euch erinnert.“
Zu sehen ist eine Wand im Außenbereich ohne Kontext mit einem Graffiti. Der Schriftzug lautet: „Schön das es dich gibt!“
Die Schüler:innen reagieren positiv auf Herr Dinkelmeyers Einleitung. Sie lächeln und schauen aufmerksam nach vorne. Dann fragt der Lehrer in die Klasse: „Was würdest du sagen, wenn das jemand für dich geschrieben hätte?“ und richtet die Frage direkt an einen Schüler in seiner Nähe. Der Schüler fragt zurück: „Männlich oder weiblich?“ Herr Dinkelmeyer antwortet: „Das ist egal. Würde es dich nicht auch freuen, wenn dein bester Freund es an die Wand geschrieben hätte?“ Er schaut sich fragend um: „Irgendetwas stimmt hier nicht, oder? Ich denke, wir haben hier allerdings ein anderes Problem. Ich zumindest würde mich nicht wirklich freuen. Egal, ob mein bester Freund oder meine Frau das so geschrieben hätte.“ Herr Dinkelmeyer schaut sich weiter fragend und auffordernd um, keine*r der Schüler:innen ergänzt seine Aussagen oder fragt nach. Sie bleiben aufmerksam, aber wirken verunsichert. Er fährt fort: „Also, wenn ihr eine Liebesbotschaft platzieren wollt, schreibt sie doch bitte richtig, ansonsten kommt es nicht richtig an.“
Das beobachtete Beispiel hat aus mehreren Gründen für die Lerneinheit in Bezug auf die Differenzkategorie Sprache besondere Relevanz: Es zeigt erstens auf, inwiefern mehrheitsgesellschaftliche Normvorstellungen von der „Richtigkeit“ der deutschen Sprache mit Abgrenzung und Abwertung verknüpft sind. Zweitens ist an dem Beispiel exemplarisch ablesbar, was passiert, wenn eine Lehrperson mit dem Diktum der „Richtigkeit“ unhinterfragt umgeht und darüber hinaus beide Aspekte an Schüler:innen weitervermittelt. Für die Analyse des Beispiels nutzen wir den theoretischen Ansatz des Neolinguizismus.
Herr Dinkelmeyer benutzt das Beispiel: „Schön das es dich gibt!“, um Nebensatz- strukturen, die Normschreibung von das/dass sowie die Kommasetzung zu thematisieren. Es lässt sich vermuten, dass seine Intention zunächst freundlich gemeint war, wenn er äußert, dass er an die Klasse gedacht habe, als er den Satz ausgewählt hat. Durch die Wendung am Schluss, die Verknüpfung von „normabweichender Schreibung“ mit „Abwertung“ und „Ablehnung“ wird das Beispiel für unsere Analyse interessant.
Die Praxis der Abwertung über Sprache, wenn diese schriftlich oder mündlich von einer vorgegebenen Norm abweicht, wird als „Neolinguizismus“ bezeichnet. Der Neolinguizismus wurzelt historisch im älteren Phänomen des Linguizismus, weswegen es weiterführend ist, sich zunächst dieses genauer anzusehen:
Linguizismus bezeichnet „eine spezielle Form des Rassismus, die in Vorurteilen und Sanktionen gegenüber Menschen, die eine bestimmte Sprache bzw. eine Sprache in einer durch ihre Herkunft beeinflussten spezifischen Art und Weise verwenden, zum Ausdruck kommt“ (Dirim, 2010, S. 91).
Das Phänomen des Linguizismus geht auf die Machttechniken der Kolonialmächte zurück, die das Auslöschen indigener Sprache und das Überschreiben dieser mit der jeweils eigenen (Englisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch) Sprache regulär als Herrschaftsinstrument einsetzten (Chow, 2014). Ein bekanntes Beispiel für das Überschreiben von Sprachen im deutschsprachigen Kontext ist das Verbot der französischen Sprache im Elsass (bekannt unter dem Begriff der „Entwelschung“) während des Nationalsozialismus (vgl. Dirim, 2010, S. 92). Die linguizistischen Methoden im Elsass zeigen zudem auf, inwiefern Sprache als konstitutives Merkmal zur Bildung einer einheitlichen Idee von Nation, Staat und Sprache fungierte und noch immer fungiert (vgl. in ebd., S. 93). Auch Anderson (2016) beschreibt, wie in der Zeit der Nationalstaatengründung die Idee einer „Nationalsprache“ konstitutiv war, um überhaupt so etwas wie eine Grenzziehung zu legitimieren. Formen der Abwertung und gewaltvollen Ausschließung und Ausgrenzung von Sprachen, die Menschen dieser (Sprach)- gruppen abwertet und entwertet, kann als offener Linguizismus bezeichnet werden. Die Technik, wie sie von Herrn Dinkelmeyer verwendet wird, ist jedoch dem sogenannten „Neolinguizismus“ zuzurechnen. Eine Abwertungsform, die verdeckt und weniger auffällig operiert. İnci Dirim beschreibt den Neolinguizismus als „ein Begleitphänomen der Entwicklung zu demokratischen Staaten, deren Selbstverständnis die Existenz des Rassismus und damit auch die des Linguizismus nicht zulässt“ (Dirim, 2010, S. 95). Sprachen werden jetzt nicht mehr einfach verboten, vielmehr gilt das „Gebot“ (richtig!) Deutsch zu sprechen.
„Neolinguizismus ist subtil, er spielt Tatsachen vor, er agiert hinter dem Deckmantel harmlos klingender Bezeichnungen, er täuscht über Ausgrenzung und Unterdrückung hinweg und ist dadurch im Vergleich zu dem Linguizismus gewissermaßen „hinterhältig“ und schwerer aufzudecken.“ (ebd., S. 96).
Neolinguizistische Tendenzen sind zum Beispiel die Diskreditierung von Menschen, die Deutsch nicht als sogenannte „Native Speaker“ sprechen, aber eben auch die Diskreditierung von jenen, die eine vom Standard abweichende Variante – zum Beispiel regionale Dialekte – sprechen, beziehungsweise aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, der jeweils geltenden Rechtschreib- und Grammatiknorm entsprechend zu schreiben. Ethnolekte (wahrnehmbare Einflüsse anderer Sprachen auf die Zielsprache Deutsch) zugewanderter Personen werden abgewertet und entwertet und häufig in medialen Darstellungen von Migrant:innen als Karikatur verwendet (vgl. in ebd., S. 101). Herausgestellt wird dabei überwiegend, wie rudimentär und fehlerhaft Deutsch gesprochen wird. Das Nutzen von Ethnolekten kann im Rahmen von beispielsweise migrantischer Comedy teilweise jedoch auch als bewusste Widerstandspraxis genutzt werden. Außerhalb von Comedy und Karikatur erfahren Ethnolekte hingegen keine Akzeptanz.
Die wichtigsten Merkmale des Neolinguizismus lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Neolinguizismus
„a) Der Neo-Linguizismus argumentiert mit Geboten statt mit Verboten („Wir halten uns alle daran, Deutsch zu sprechen“).
b) Der Neo-Linguizismus argumentiert mit dem Nutzen für die Anderen, für die „Beherrschten“ („Es ist für die Jugendlichen gut, auf dem Schulhof Deutsch zu sprechen“).
c) Der Neo-Linguizismus sieht den Einbezug „der sprachlich Anderen“ programmatisch vor; sie werden nicht schlicht exkludiert, sondern durch eine bestimmte Sprachen ausschließende Inklusion ihrer Dispositionen beraubt („Die Kinder sollten mit Türkisch keine Zeit verlieren, sondern lieber Deutsch lernen“).
d) Der Neo-Linguizismus arbeitet nicht mit den Bildern der [kolonialen] „Sonnensprachtheorie“; Deutsch wird nicht als die glänzende Krönung dargestellt, aber auf eine bestimmte Weise zum unerreichbaren Standard gehoben, die der sprachlichen Realität nicht entspricht („Es müssen Briefe geschrieben werden, auch wenn im Alltag alles per SMS erledigt werden kann“).
e) Der Neo-Linguizismus ignoriert die multilinguale Realität der Gesellschaft und verkennt die Potenziale verschiedener Sprachen („German only“)“ (vgl. Mecheril, 2004, zitiert nach Dirim, 2010, 109).
Doch wie genau lassen sich zwischen dem Beispiel von Herrn Dinkelmeyer und dem Neolinguizismus Bezüge herstellen? Die Selbstverständlichkeit, mit der Herr Dinkelmeyer sein Beispiel im Unterricht einbringt, hängt mit dem Selbstverständnis zusammen, zu „wissen“, was im Rahmen des Nationalstaats Deutschland als richtig, „normal“ und „geboten“ angesehen wird. Herr Dinkelmeyer geht davon aus, dass das richtige (reine) und korrekte Sprechen und Schreiben der deutschen Sprache auch mit dem Wert des vermittelten Inhalts unmittelbar zusammenhängt. Was genau unter „richtig“, „korrekt“ und „anerkannt“ fällt, ist jedoch nicht so eindeutig, wie anhand der Vehemenz der Normendurchsetzung vermutet werden könnte. So wissen wir zum Beispiel, dass ein britischer oder französischer Akzent im Deutschen nicht negativ abweichend wahrgenommen wird und darüber hinaus sogar als positiv gewertet wird. An dieser Stelle würde der Inhalt des Gesagten nicht durch die normabweichende Form in Frage gestellt werden. Es scheint demnach unterschiedliche Facetten der Abweichung des richtigen und „reinen“ Deutsch zu geben, die unterschiedlich positiv oder negativ eingeschätzt werden. Herr Dinkelmeyer handelt innerhalb einer bestimmten, diskursiv ausgehandelten Vorstellung von „Normalität“.
Normalität
Als „normal“ oder „der Normalität“ entsprechend wird umgangssprachlich dasjenige bezeichnet, was „mit gewohnheitsmäßigen Handlungen […], mit den Routinen und Regelmäßigkeiten einer fraglos geltenden Welt, kurz mit dem Alltag“ (Bröckling et al., 2024, S. 190) verbunden wird. „Normal“ ist das, was als durchschnittlich oder nicht weiter auffällig empfunden und als „Norm“ oder als die alltagsweltliche Vorstellung von Durchschnitt assoziiert wird. „Normal ist das, was die Mehrheit sagt, denkt und tut“ (ebd.). Normalität ist damit veränderbar und stets im Fluss.
Bezogen auf Herrn Dinkelmeyer lässt sich hieran anschließen, dass er in der sprachlichen Normalitätsmatrix keine Ausnahme darstellt und bereits lange vor der eigentlichen Situation im Klassenraum die fluiden Richtlinien und Normen in Bezug auf das „richtige“ Sprechen der deutschen Sprache verinnerlicht hat; nicht zuletzt auch während seiner universitären Ausbildung als (Deutsch-)Lehrer. Aus diesem Selbstverständnis heraus deklariert er, dass durch die Abweichung im Schriftbild des Graffitis (also das fehlende Komma und das fehlende zweite „s“ (Schön, dass es dich gibt), verhindert würde, dass der Inhalt der Nachricht ankommt.
Kommaregeln, das/dass – Regeln und Nebensatzstrukturen können und sollten den Schüler:innen vermittelt werden, auch an lebensweltnahen Beispielen – es macht jedoch einen Unterschied, ob Schüler:innen darin begleitet werden, die Regeln als hilfreiche Einigung einer mehrsprachigen Sprachgemeinschaft zu verstehen, die eine leichtere Verständigung untereinander möglich macht, oder ob ihnen in neolinguizistischer Weise vermittelt wird, dass die Nichtbeherrschung der Regeln zu einer Abwertung ihrer eigenen Sprachäußerung und damit auch ihrer Person führt. Statt Schüler:innen durch so eine diskriminierende Praxis zu verunsichern und eventuell dazu beizutragen, dass sie sich aus Angst vor „Fehlern“ gar nicht trauen, sich einzubringen, gäbe es verschiedene Möglichkeiten, das Graffiti didaktisch wertvoll einzusetzen. Es könnte als Beispiel der Selbstartikulation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen kontextualisiert werden, unabhängig davon, ob diese sich sprachlich im Normbereich bewegen oder nicht. Dies würde einen Beitrag dazu leisten, Schüler:innen darin zu begleiten, spielerisch und emotional positiv besetzt mit der deutschen Sprache umzugehen – unabhängig davon, ob es die eigene Erstsprache ist oder nicht. Der Bildungssoziologe Luca Preite geht diesen „kulturellen“ Produktionen am Beispiel Jugendlicher und junger Erwachsener „of colour“ vertiefter nach und arbeitet u. a. die Möglichkeiten der Selbstartikulation durch die selbstbewusste Aneignung der Zielsprache im Kontext von Berufsausbildungen heraus (vgl. Preite, 2022).
Es ist wichtig, nachzuvollziehen, dass die neolinguizistischen Aussagen von Herrn Dinkelmeyer insbesondere dadurch ins Gewicht fallen, dass er in seiner Funktion als Lehrperson handelt. Im Anschluss an Louis Althusser lässt sich Berufsschule als von Macht durchzogener Ort beschreiben, der gesellschaftliche Verhältnisse vielfältig (re)produziert:
„Was aber lernt man in der Schule? Man gelangt mehr oder weniger weit in der Ausbildung, aber man lernt auf jeden Fall lesen, schreiben, rechnen – also einige Techniken sowie noch einige andere Dinge, u. a. Elemente (die rudimentär oder im Gegenteil grundlegend sein können) einer ‚wissenschaftlichen‘ oder ‚literarischen Kultur‘, die direkt verwendbar sind an den verschiedenen Stellen der Produktion (eine Ausbildung für die Arbeiter, eine andere für die Techniker, eine dritte für die Ingenieure und eine weitere für die Manager usw.). Man lernt also gewisse ‚Fähigkeiten‘. Daneben und auch gleichzeitig mit diesen Techniken und Kenntnissen lernt man auf der Schule die ‚Regeln‘ des guten Anstands, d. h. des Verhaltens, das jeder Träger der Arbeitsteilung einhalten muss, je nach dem Posten, den er einzunehmen ‚bestimmt‘ ist: Regeln der Moral, des staatsbürgerlichen und beruflichen Bewusstseins, was klarer ausgedrückt heißt: Regeln der Einhaltung der gesellschaftlich-technischen Arbeitsteilung und letztlich Regeln der durch die Klassenherrschaft etablierten Ordnung. Man lernt dort auch ‚gut französisch sprechen‘, gut ‚zu redigieren‘, d. h. faktisch (für die zukünftigen Kapitalisten und ihre Knechte) ‚gut zu kommandieren‘, d. h. (als Ideallösung) gut zu den Arbeitern ‚zu sprechen‘ usw.“ (Althusser, 2010, S. 42 f.).
In der (Berufs-)Schule lernen wir also bestimmte Techniken, wie sie in gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen zum jeweiligen Zeitpunkt zur (Re-)Produktion eben dieser Verhältnisse beitragen. Auch die Berufsschule ist somit ein Ort, an dem gesellschaftliche Verhältnisse reproduziert werden. Das Beispiel von Herrn Dinkelmeyer lässt sich demnach auf mehrfache Weise als problematisch einstufen. Er reproduziert und bestätigt nicht nur dominante Diskurse und Abgrenzungsmechanismen, sondern degradiert und entwertet die Möglichkeiten der Ausdrucksweise von Jugendlichen, indem er meint, bei einem Straßen-Graffiti eine Rechtschreibkorrektur vornehmen zu müssen. Sein Handeln könnte zu einer Demotivierung seiner Schüler:innen führen. Sie werden eventuell zukünftig – auch in privaten Zusammenhängen – vor dem sprachlichen Ausdruck zurückschrecken aus Angst, es nicht „richtig“ zu sagen oder zu schreiben: „Schreibt eure Liebesbotschaft richtig, sonst kommt sie nicht an.“
Der Umgang mit der Differenzlinie „Sprache“ erfordert von der Lehrperson neben entsprechenden didaktischen Kenntnissen und Fähigkeiten, die auf sprachliche Voraussetzungen von Schüler:innen fördernd eingehen, eine machtkritische Haltung, um bestehende Aus- und Abgrenzungen in der Schule nicht weiter zu verfestigen, sondern im besten Fall alternative Sicht- und Handlungsweisen aufzuzeigen beziehungsweise anzuregen. Sprache selbstbewusst einzusetzen, ist grundlegend dafür, dass Schüler:innen an der Gesellschaft teilhaben können, für ihre Rechte und die Rechte anderer einstehen und ihre persönlichen und beruflichen Ziele erreichen können. Das pädagogische Ziel im Lernraum sollte es insofern sein, Normalitätsannahmen der Mehrheitsgesellschaft infrage zu stellen und Schüler:innen dazu anzuregen, diese kritisch zu reflektieren und als Lehrperson Diskriminierung in jedem Fall nicht zu wiederholen, sondern einen diskriminierungssensiblen Raum zu gestalten.
Analyse und Erarbeiten von alternativen Handlungsoptionen im Umgang mit Heterogenität und Differenz
Lesen Sie sich das Fallbeispiel zu Beginn des Textes zunächst nochmals sorgfältig durch.
- Lesen Sie sich das Fallbeispiel zu Beginn des Textes nochmals sorgfältig durch.
- Finden Sie in dem Fallbeispiel noch mindestens eine weitere Differenzkategorie, mit der Herr Dinkelmeyer einen pädagogisch anderen Umgang hätte wählen sollen. Nennen Sie die Differenzkategorie, begründen Sie, was an Herrn Dinkelmeyers Handeln problematisch ist, und beschreiben Sie alternative Handlungsoptionen.
- Überlegen Sie sich, wie Sie selbst in der beschriebenen Szene gehandelt hätten, und schreiben Sie alternative Handlungsoptionen in Bezug auf den Umgang mit der sprachlichen Normabweichung auf. Versuchen Sie, theoretische Aspekte, wie Sie sie in dieser Lerneinheit kennengelernt haben, einzubezie- hen.
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- Mecheril, Paul, Quehl, Thomas. (2006). Sprache und Macht. Theoretische Facetten eines (migrations-)pädagogischen Zusammenhangs. In: Mecheril, Paul, Quehl, Thomas (Hg.) Die Macht der Sprachen. Englische Perspektiven auf die mehrsprachige Schule. Münster: Waxmann, S. 355-382.
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